7. Radiopreis der Erwachsenenbildung
26. Jänner stattgefundene Überreichung des Radiopreises der Erwachsenenbildung für 2004

P R E S S E M I T T E I L U N G
Radiopreis der Erwachsenenbildung übergeben

Zu einem Fest der Erwachsenenbildung und des Radios gestaltete sich die am 26. Jänner stattgefundene Überreichung des Radiopreises der Erwachsenenbildung für 2004, der von der Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser, dem BüchereiVerband, dem Verband Österreichi–scher Volkshochschulen und dem WIFI bereits zum 7. Mal vergeben wurde.
Trotz widrigster wetterbedingter Umstände konnte Mag. Gerald Leitner, Geschäftsführer des BüchereiVerbandes eine große Zahl von Gästen aus Kultur, Medien, Politik und Erwachsenen–bildung begrüßen. Dr. Martin Bernhofer, Leiter der Wissenschaftsabteilung im ORF Hörfunk, skizzierte in seiner Begrüßung die Rolle des Radios als lebensbegleitendes und unterhaltendes Medium, das zur Reflexion einlädt, Orientierung vermittelt und in diesem Sinn der, auch wenn es nicht explizit zum Ausdruck gebracht wird, politischen Bildung dient. Eine Krise des Radios ist längst überwunden und neue Medien lösen die „alten“ nicht ab, sondern ergänzen sie und fordern sie heraus. Dass ein Sender wie Ö1 auch quotenmäßig zulegt, bestätigt diese Auffas–sung.
Die beim Radiopreis der Erwachsenenbildung bereits zur Tradition gewordene Rede zum Preis hielt Kurier–Kolumnist Herbert Hufnagl pointiert und in seiner Kritik am Fernsehen, indirekt als Hymne auf das Radio. Konrad Holzer stellte dreizehn für die Preisvergabe nominierte Sendun–gen vor, die ein thematisch, formal und inhaltlich breites Radioschaffen widerspiegeln. Die nominierten Sendungen kamen von Radio Tirol, Ö1, dem Radio 1476– Freak Radio und FM4 – alle aus dem ORF, vom Freien Radio AGORA aus Kärnten, dem Freien Rundfunk Oberöster–reich, Radio Orange 94.0 und Radio Stephansdom – aus dem Privatradiobereich.
Die Preisüberreichung durch die Vorsitzenden der vier preisverleihenden Verbände der Er–wachsenenbildung spiegelte die Breite des Qualitätsradios. Von der 17–köpfigen Jury – neun Journalistinnen und Journalisten sowie acht Vertreter/innen der Erwachsenenbildung, wurden ein Hörspiel, eine von Jugendlichen aus einer Wiener Hauptschule gestaltete Informations–sendung, eine im Bereich von Bildung und Wissenschaft angesiedelte vierteilige Dokumenta–tion und eine Sendereihe, die dem experimentellen Radioschaffen zuzuordnen ist, mit den Radiopreisen bedacht.
Der Vorsitzende des BüchereiVerbandes Dr. Alfred Pfoser überreichte für das von Radio Tirol gesendete packende und hohe Aufmerksamkeit erfordernde Hörspiel „Die Beichte“ den Preis in der Sparte Kultur an den Gestalter der Sendung Dr. Martin Sailer und – in Abwesenheit – an den Autor Felix Mitterer, der bereits zweimal mit dem Fernsehpreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet wurde. Das völlig unspekulative Hörspiel aus der Feder eines der prominentes–ten österreichischen Autoren greift mit Kindesmissbrauch, auch durch Geistliche, und mit künstlerischen Mitteln ein Thema auf, das immer wieder für Schlagzeilen sorgt.
LAbg. Dr. Michael Ludwig, Vizepräsident des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen, überreichte den Preis in der Sparte Information an Mitglieder der Schülergruppe „Die Gfrasta“ und ihren Lehrer Wolfgang Mory von der Informatikhauptschule Wien 20, Leipziger Platz 1, für eine unkonventionelle Dokumentation zum Thema Sexualität und Partnerschaft: „Ist ‚6’ ge–fährlich?“ Hauptschüler/innen haben mit Interviews unbekümmert Zusammenhänge und Hin–tergründe bei einem Thema bloßgelegt, das im Alltag entweder tabuisiert oder bewitzelt, aber nicht überlegt besprochen wird.
Den nach dem Erwachsenenbildner Eduard Ploier benannten Eudard Ploier–Preis in der Spar–te Bildung/Wissenschaft überreichte die Tochter des Namensgebers Johanna Weismann–Ploier, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Bildungshäuser, an die Wissenschaftsjournalis–tin und Projektmanagerin Mag. Claudia Kuschinski–Wallach für die Radiokolleg–Serie „Von Heilkunst und Heilwissenschaft“, in der es um das leidvolle Thema Krebs und komplementär–medizinische Ansätze geht. Der Sendungsgestalterin gelang es auf bravouröse Weise, eine anspruchsvolle Form mit schwierigen Inhalten zu verknüpfen und ein immenses Echo bei den Hörerinnen und Hörern hervorzurufen.
WIFI–Kurator Dr. Michael P. Walter überreichte als Spitzenrepräsentant einer „experimentier–freudigen Bildungseinrichtung“ den Preis in der Sparte „Interaktives/Experimentelles“ an die Macher der FM4 Sendereihe „Soundpark“ Clemens Fantur, Stefan Trischler und Robert Zik–mund. Der Preis war auch eine Auszeichnung für den sein 10–Jahr–Jubiläum feiernden Sender FM4. „Soundpark“ ist eine Plattform für aktuelle Musik, die sich modernster medialer Vermitt–lungsformen bedient und zur Mitwirkung einlädt.
Auf die von ihm selbst gestellte Frage, was angesichts der Kommerzialisierung auch des öf–fentlich–rechtlichen Fernsehens zu tun ist, meinte Herbert Hufnagl in der Rede zum Preis: „Ich weiß es nicht – aus Sicht der Kommerzialisierer fällt sowieso jeder Änderungsvorschlag in den Bereich des Absurden und Fantastischen. Aber in meinen auch deshalb vorhandenen Kultur–pessimismus mischt sich immerhin ein utopischer Gedanke: Die Menschen beginnen damit, ihren Fernsehapparat als einfachen Gebrauchsgegenstand zu sehen. Nur als ein Gerät, mit dem man selektiv und nicht dauerberieselnd etwas anschauen kann. Hie und da. Und sie widmen die so gewonnene Zeit einem immer besser werdenden Radio. Darüber kann man wahrscheinlich nur milde lächeln, aber noch sind wenigstens Träume erlaubt.“
Einige Repräsentantinnen und Repräsentanten dieser hoher Radio–Qualität wurden mit dem 7. Radiopreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnet.

Wien, 27. Jänner 2005/PM2

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